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Termin Informationen:

  • Do
    23
    Jun
    2022

    Kultur im Ohlsenhaus mit Karen Köhler

    19:30Ohlsenhaus Stapel

     

    Karen Köhler: "Wir haben Raketen geangelt"

    Karen Köhler, Jahrgang 1974, wollte Kosmonautin werden, hat Fallschirmspringen gelernt und Schauspiel studiert. Nach zwölf Jahren im Beruf schreibt sie heute Theaterstücke und Prosa. Sie findet Mathe gut und den Weltraum, wäre gerne in einer Pogo-Sychronschwimmgruppe und lebt in Hamburg auf St. Pauli.

    Sie hatte zwei Mal die Windpocken. 1982 und 2014. 1982 verpasste sie zwei Wochen Schulunterricht, 2014 das Ingeborg-Bachmann-Preis-Wettlesen in Klagenfurt.

    Ihre Theaterstücke stehen bei zahlreichen deutschen Bühnen auf dem Spielplan, ihr Erzählungsband „Wir haben Raketen geangelt“ erschien 2014 im Hanser Verlag. 2019 erschien ihr Debüt-Roman „Miroloi“, der es auf der Longlist des Deutschen Buchpreises schaffte.

    Im Ohlsenhaus liest sie aus beiden Werken.

    Zu „Wir haben Raketen geangelt“:

    Es gibt diesen Moment, in dem das eigene Universum zerbricht und weit und breit kein neues in Sicht ist: Eine junge Frau sitzt mittellos und nahezu dehydriert vor einer Tankstelle im Death Valley. Als plötzlich ein Indianer vor ihr steht und ihr das Leben retten will, glaubt sie zu phantasieren. Doch das Universum setzt sich nach seinen eigenen Regeln wieder zusammen. Schon bald teilen sich die beiden einen Doppelwhopper, gehen gemeinsam ins Casino und stranden schließlich in einem dieser schäbigen Motels, die es eigentlich nur im Film gibt. Karen Köhlers Erzählungen sind getragen von einer fröhlichen Melancholie und einer dramatischen Leichtigkeit. Ihre Figuren sind wahre Meisterinnen im Überleben.

    Zu „Miroloi“:

    Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Voller Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt „Miroloi“ von einer jungen Frau, die sich auflehnt: Gegen die Strukturen ihrer Welt und für die Freiheit. Eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit spielen könnte; ein Roman, in dem jedes Detail leuchtet und brennt.

    Foto: © Christian Rothe