Kultur im Ohlsenhaus 2020

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Veranstaltungsort: Ohlsenhaus
Mühlenstraße 1
25879 Stapel OT Süderstapel

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Programm -Änderungen wegen Corona:

Wegen der Pandemie müssen die in diesem Jahr vorgesehenen Veranstaltungen von „Kultur im Ohlsenhaus“ abgesagt und auf das Jahr 2021 verschoben werden. 

Bereits verkaufte Eintrittskarten für die verschobenen Veranstaltungen behalten ihre Gültigkeit, auf Wunsch werden sie aber auch zurückgenommen. Die Jahreskarten für die Saison 2020 können ebenfalls in das Jahr 2021 übertragen oder wahlweise erstattet werden.

Für das Jahr 2021 stehen folgende Veranstaltungen auf dem Programm:

Judith Arlt / Boris Guckelsberger: „Text & Tango“
Das neue Programm des Künstlerduos

Christian Berkel: „Ada“
In seinem neuen Roman erzählt der bekannte Schauspieler die Geschichte seiner Schwester Ada.

Ulla Lachauer: „Von Bienen und Menschen“
Eine Entdeckungsreise quer durch Europa – zu Bienen und Imkern

Katharina Geiser / Jakob Neubauer: „Unter offenem Himmel“
Die Schweizer Schriftstellerin mit ihrem aktuellen Roman, dazu ein Akkordeon-Feuerwerk

Jan Graf: „De Welt, dat Leven, de Füerwehrmarmelaad“
Hinreißende plattdüütsche Geschichten und Lieder

Die Termine der einzelnen Lesungen stehen noch nicht fest.

Die Abendveranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Die Eintrittspreise von 7,50 Euro wurden beibehalten, auch die Jahreskarte kostet weiterhin 30,00 Euro. Neben der Kultur werden zu den Veranstaltungen Getränke sowie die beliebten Würstchen vom Grill angeboten.

Karten sind im Vorverkauf erhältlich in der Buchhandlung Jan Stümpel, Am Fürstenburgwall 11, Friedrichstadt, und beim IK-Markt Temme, Am Markt 6, in Stapel.

Kontakt: Heinz Warnecke, Tel. 04883 / 90 55 72, E-Mail warnecke.heinz@t-online.de

„Kultur im Ohlsenhaus“ wird unterstützt von der Nospa Kulturstiftung, von der Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg, von der VR Bank Schleswig-Mittelholstein, vom Förderverein Landschaft Stapelholm e.V. sowie von Firmen und Privatpersonen aus Stapelholm.

 

 

 

                           


 

„Text & Tango“

Am Stehpult Judith Arlt – An der Gitarre Boris Guckelsberger

TEXT
111 Jahre lang haben die Fölmlis im Napfbergland Schuhe repariert.

111 Jahre, nachdem ihr Großvater seine eigene Schuhmacherwerkstatt in Menznau eröffnet hat, legt Frieda Fölmli die Leisten für immer weg.

111 Seiten mit je 111 Wörtern braucht Judith Arlt in „friedas gangarten“  um die letzten Tage der Fölmlis als Schuhmacher literarisch zu begleiten und unseren Schuhkonsum kritisch zu beleuchten.

Facettenreich – Ungewöhnlich – Schuhaffin

TANGO
Die Tangokompositionen des Argentiniers Astor Piazzolla oder des Franzosen Roland Dyens sind von melancholischer Tiefe und Schönheit. Boris Guckelsberger hebtin seinen brillanten Interpretationen das tänzerische Element dieser Musik hervor, führt uns mit punktgenauen Synkopen und wilden Staccati auf ein imaginiertes Holzparkett. Immer wieder blitzen in den schroffen Akkorden glänzende Lackschuhe mit ihren spitzen Absätze auf.

Boris Guckelsberger eröffnet die Veranstaltung mit dem „Tod des Engels“ (Muerte del ángel) und schließt sie mit dem Gruß an den toten Vater (Adiós Nonino).

Nuanciert – Wehmütig – Rhythmusaffin

Judith Arlt (*1957 in Liestal, Schweiz) studierte Slavistik und Germanistik, promovierte mit einer Doktorarbeit über den polnischen Schriftsteller und Filmemacher Tadeusz Konwicki. Lebte und arbeitete lange in Warschau und Berlin, heute als freie Schriftstellerin in Meldorf am Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. Sie war 2016 Halligschreiberin auf Hooge. Der Aufenthalt wurde ermöglicht durch die Gemeinde Hallig Hooge sowie einen Förderbeitrag der Kulturkommission des Schweizer Kantons Glarus. Judith Arlt schreibt, spricht, denkt, träumt und veröffentlicht in deutscher und polnischer Sprache.

Letzte Veröffentlichungen:  „ja“ Konwickiego, Kraków, 2007; Entlassen nach: Tod. Heidelberg, 2008; Die Fölmlis. Eine Schuhmacherfamilie, Oberengstringen, 2009; Moja zima w Tsukubie, Warszawa, 2012, Die Welt war schneller als die Worte, Weinheim, 2014

Boris Guckelsberger (*1968 in Bad Homburg) studierte Konzertgitarre sowie Komposition und Musiktheorie in Hamburg und Lübeck. Neben seinen Konzertauftritten arbeitet der heute in Meldorf lebende Gitarrist mit verschiedenen Verlagen und dem NDR zusammen und ist an der Dithmarscher Musikschule als Gitarrenlehrer sowie in der studienvorbereitenden Ausbildung tätig.  In seinen Konzertprogrammen verbindet er die Leidenschaft und Ausdruckskraft solistischer Flamencomusik mit der Tiefe und Tonschönheit der klassischen Konzertgitarre. Dabei spannt Guckelsberger einen Bogen um verschiedenste Stile von Flamenco, Tango, zeitgenössischer Musik über Romantik und Klassik bis zum Barock.  Sein Wissen um Struktur und Dramaturgie der Musik macht er sich bei der Interpretation der Werke zunutze und vermittelt es unmittelbar und mitreißend an das Publikum.

Foto: Werner Lauf

 


„Ada“

In seinem neuen Roman erzählt Christian Berkel die Geschichte von Ada: Mit ihrer jüdischen Mutter aus Nachkriegsdeutschland nach Argentinien geflohen, vaterlos aufgewachsen in einem katholischen Land, kehrt sie 1955 mit ihrer Mutter Sala nach Berlin zurück. In eine ihr fremde Heimat, deren Sprache sie nicht spricht. Dort trifft sie auf den lange ersehnten Vater Otto, doch das Familienglück bleibt aus. In einer noch immer sehr autoritär geprägten Gesellschaft wächst Adas Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit. Die Studentenbewegungen der sechziger Jahre werden ihre Rettung. In Paris lernt sie bei ihrer Tante Lola die Mode- und Kunstwelt kennen. Am Ende steht Woodstock – ein dreitägiges mystisches Erlebnis, das Ada verändert.

Vor dem Hintergrund umwälzender historischer Ereignisse erzählt Christian Berkel von der Schuld und der Liebe, von der Sprachlosigkeit und der Sehnsucht, vom Suchen und Ankommen – und beweist sich einmal mehr als mitreißend

Christian Berkel, 1957 in West-Berlin geboren, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Er war an zahlreichen europäischen Filmproduktionen sowie an Hollywood-Blockbustern beteiligt und wurde u.a. mit dem Bambi, der Goldenen Kamera und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Viele Jahre stand er in der ZDF-Serie »Der Kriminalist« vor der Kamera. Er lebt mit seiner Frau Andrea Sawatzki und den beiden Söhnen in Berlin. Sein Debütroman »Der Apfelbaum« wurde von Kritikern und Lesern gleichermaßen gefeiert.

 

Foto: Gerald von Foris

 


„Von Bienen und Menschen“

Bienen sind besondere Wesen. Wie sie leben, wie wir Menschen mit ihnen umgehen – das ist ein Seismograph für den Zustand unserer Welt.

Bienen sind heute in aller Munde. Wer aber sind die Imker? Ulla Lachauer, für ihre Reportagen über Osteuropa vielgerühmt und preisgekrönt, hat Imker in verschiedenen Regionen Europas besucht – von der Ostseeinsel Gotland über die Lüneburger Heide bis in den Schwarzwald, von den französischen Pyrenäen über Kärnten bis an die slowenische Adriaküste, vom böhmischen Isergebirge bis in die russische Exklave Kaliningrad.

Vierzehn Porträts passionierter Imker – alt und jung, auf dem Land und in der Stadt. Bewegende Geschichten: vom „Bienenkönig“ in Ljubljana, einem imkernden Lokführer, der Geschichte macht, oder einem Syrer, der vor dem Krieg in seiner Heimat fünfhundert Bienenvölker hielt und jetzt in Deutschland einen Neuanfang wagt.

Dabei geht es um grundlegende Fragen: In was für einer Beziehung stehen der Mensch und das Bienenvolk? Welche Rolle spielen Bienen in Notzeiten und Krieg? Warum und auf welche Weise werden regionale Bienenrassen verdrängt? Wie reagieren Imker auf die Bedrohung durch die moderne Agrar-Industrie und andere globale Herausforderungen, etwa die gefürchtete Varroa-Milbe? Was können uns Imker aufgrund ihrer besonderen Erfahrung über Natur und Gesellschaft erzählen, über europäische Befindlichkeiten und Träume?

Eine spannende, vielschichtige Entdeckungsreise, geprägt von der für Ulla Lachauer typischen Empathie für die Menschen, denen sie begegnet.

Ulla Lachauer, geboren 1951 in Ahlen/Westfalen, lebt in Lüneburg. Sie arbeitet als freie Autorin. Von ihr sind erschienen: „Die Brücke von Tilsit“ (1994), „Paradiesstraße (1996), „Ostpreußische Lebensläufe“ (1998), „Ritas Leute“ (2002), „Der Akazienkavalier“ (2008) und „Die blinde Gärtnerin“ (2011). Ulla Lachauer, geboren 1951 in Ahlen/Westfalen, lebt in Lüneburg. Sie arbeitet als freie Autorin. Von ihr sind erschienen: „Die Brücke von Tilsit“ (1994), „Paradiesstraße (1996), „Ostpreußische Lebensläufe“ (1998), „Ritas Leute“ (2002), „Der Akazienkavalier“ (2008) und „Die blinde Gärtnerin“ (2011).

Foto: Eva Häberle 

  


„Unter offenem Himmel“

Katharina Geiser, geboren 1956, studierte Germanistik, Englisch und Pädagogik. Sie lebt und schreibt am Zürichsee und zwischen Eider und Treene. Zuletzt erschienen „Vierfleck oder Das Glück“ (2015) und „Diese Gezeiten“ (2011).

Behutsam und berührend, dicht und schwebend: „Unter offenem Himmel“ ist eine Familiengeschichte über fünf Generationen, erzählt in leuchtenden Details und mit dem offenen Blick für das große Geheimnis des Lebens.

Klara ist Buchhändlerin. Sie ist unverheiratet, aber sie ist nicht ohne Männer geblieben. Einen gibt es, Paul, von dem kommt sie nicht los, obwohl er nur noch eine ferne Erinnerung aus der Vergangenheit ist. Um zu verstehen, was sie mit ihm verbindet, fährt sie in den hohen Nor- den Deutschlands, in den Winkel, aus dem er gekommen ist, bevor er für immer verschwand.

Vom Verschwinden handelt auch die Geschichte von Elise mehr als hundert Jahre davor. Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt sie den Vater, die vielen jüngeren Geschwister, das eige- ne uneheliche Kind. Für eine bessere Zukunft will sie sich in Zürich prostituieren und findet dabei einen Mann, mit dem sie eine Familie gründet, deren Geschichte bis in Klaras Gegenwart reicht.

Foto: Josef Sünder

„Unter offenem Himmel“ ist ein Roman über das Suchen und Finden und das Geheimnis, dass über die Zufälle und Wechselfälle des Lebens hinweg immer alles aufgehoben scheint wie in einem Buch ohne Anfang und Ende. Dass unter offenem Himmel nichts jemals verschwindet. 

Jakob Neubauer ist in der Hauptstadt der Autonomen Republik Komi, Syktywkar, geboren. Im nördlichsten Winkel des europäischen Teil Russlands gelegen, war dieser Ort ein beliebtes Ziel zur Verbannung politischer Häftlinge. Auch seine Familie kam dorthin als internierte Häftlinge nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Unterricht an der Staatlichen Musikschule auf dem Bajan (russisches Knopfakkordeon) hat er mit 8 Jahren angefangen. Als bester Schüler durfte er nach dem Abschluss der Schule seine Ausbildung an der staatlichen Fachschule für Musik fortsetzen, um anschließend  sie mit einem Studium an der Musikhochschule in St. Petersburg abzuschließen.

1978 war er Preisträger des russischen Akkordeonistenwettbewerbs in St. Petersburg. Dann folgte eine abwechslungsreiche Arbeit in Philharmonien, Orchestern und Theater. 1989 kam er als Aussiedler nach Deutschland und setzte seine Arbeit als freiberuflicher Musiker erfolgreich fort. Seit 1991 lebt er in Hamburg und  ist hier als Orchester und Theatermusiker tätig, u.a. am Deutschen Schauspielhaus, an der Hamburger Oper und im Philharmonischen Staatsorchester unter der Leitung von I. Metzmacher.

    Foto: Oliver Holzki

 


„De Welt, dat Leven, de Füerwehrmarmelaad“

Sien Fett weg kriegen maakt nich slank, en Rentnerbrosche is nich düer, un ok en Pinökel schull een nich mit en Bumsdings verwesseln. Wo de Duden slöppt, warrt de Volksmund waken un klütert sik egen Wöör torecht. Jan Graf hett de schöönsten Exemplare infungen un vertellt dor lustige Geschichen to. Dorto singt Jan mit Quetsche un Gitarre. Op en Hotschefidel kann een keen Musik maken…

Jan Graf (45): Journalist, Musiker, Verteller. Bringt Lüüd op Platt to’n Lachen un Nadinken.  

Mit satirischen Alltagsbetrachtungen bringt Jan Graf das Publikum zum Glucksen. Er schärft den bösen Blick für die wichtigen Dinge im Leben und stellt fest: Sportler sind Proleten, Fische sind Schweine, seine Ehefrau ist ein Integrationsverweigerer. Schließlich: Wann haben Sie zuletzt darüber nachgedacht, dass warmes Wasser trockener ist als nasses Wasser? Der Autor und Journalist ist mit allen selbigen gewaschen – singen kann er nämlich auch.

Für seinen wöchentlichen Beitrag zur NDR-Plattreihe „Hör mal´n beten to!“ ebenso wie für seine lyrischen Texte erhielt Graf 2011 den Niederdeutschen Kulturpreis der Stadt Kappeln. Als Liedermacher schmückt ihn seit 2008 der Bad Bevensen Preis für Musik mit niederdeutschen Texten.

Leichtsinnige Literatur und fröhliche Volkslieder – das Publikum darf sich auf einen unterhaltsamen plattdeutschen Abend freuen.

Foto: Christoph Büttner      

 


Ältere Jahrgänge:

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Kultur im Ohlsenhaus 2016

Kultur im Ohlsenhaus 2015

Eine Dokumentation „Literatur im Ohlsenhaus“ von 2006 bis 2014